ganze detaillirte Geſchichte der Krankheit, wobei ich der Zofe unbemerkt das Zeichen, ſich zu entfernen, gab. Mir wurden nun allerlei ſeltſame Symptome dieſes täglich ſich mehrenden Uebels mitgetheilt, die ich mit anſcheinender Beachtung entgegennahm, während mein Auge forſchend auf dem Mienenſpiele der Erzählerin weilte. Ich hatte eine Dame von vielleicht vierzig Jahren vor mir, von voll⸗ endeter Schönheit. Die regelmäßigſten Geſichtsformen wurden durch einen blendend weißen Teint gehoben, deſ⸗ ſen zarten Schmelz die dunkele Roſenröthe ihrer Wangen gleichſam zu zerſprengen drohte. Ihr Mund war voll Grazie, fein und ausdrucksvoll bewegten ſich die Lippen, hinter denen eine Perlenreihe ſichtbar ward, ſo oft ein Lächeln die tiefen Grübchen der Wangen öffnete. Ihre tiefblauen Augen leuchteten Jin ihrer jetzigen Aufregung wie Sterne am dunkeln Nachthimmel, und ihre ſchön ge⸗ formte breite Stirn umgab herrliches braunes Haar, deſ⸗ ſen Flechten unter dem zierlichſten Spitzenhäubchen, wie das eleganteſte Negligs es erforderte, verſteckt waren. Ihr ganzer Anzug glich überhaupt dem einer Dame, die, auch nicht angekleidet, auf das eleganteſte gekleidet iſt. Sie ſprach ſchön, lebendig, gewählt, und verrieth in jeder Miene, jeder Bewegung, die Dame der großen Welt. Als die nächſte Urſache ihres Uebels gab ſie mir einen tiefen Kummer an. Das wollte nicht recht paſſen. Ein tiefer Kummer läßt keine ſo gereizte, erbitterte Stimmung zu⸗ rück. Ich bat ſie, mir den Kummer zu nennen; ein Arzt könne nur dann heilen, wenn der Kranke ihn ſeines vol⸗
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