Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

anzes halten trotz nicht ruhte rbei⸗ Eine Nen⸗ ein ollte ewe⸗ das noch hen! gette enkt, e ſie dal⸗ der ihret zu trotz er⸗

llter

1

1

13

ſich in ein Gedränge wage. Sie lachte und ſagte ſelbſt⸗ gefällig:„Ich habe ſie doch geſehen!“

Ihr Zuſtand wurde indeſſen bedenklicher. Im Atlter verſagen die heilenden Kräfte der Natur ihre Dienſte, und der Fall hatte ſie überdies ſeltſam erſchüttert. An Pflege fehlte es ihr nicht; jeden Tag hatte ſie eine neue Sen⸗ dung ſtärkender Sachen aufzuweiſen; von der einen Seite kam ihr alter Portwein zu, von der andern Wild und Geflügel, ein Dritter ſandte ihr die ſchönſten Früchte, und alle dieſe Gaben ſtanden vor ihr aufgehäuft, damit jeder Kommende das Regiſter derſelben und die hohen Namen der Geber von ihr hören könne. Genießen konnte ſie von Allem nichts; keine Speiſe wollte ihr mehr gedei— hen, dafür genoß ſie die Freude des Beſitzes um ſo inni⸗ ger und war zu jeder Stunde gleich heiter und vergnügt. Die nicht tiefer Blickenden rechneten ihr dieſe Geduld im Leiden, dieſes Vergeſſen ihrer Schmerzen, dieſe Freude über empfangenes Gute hoch an, und hätten ſie gern mit einer chriſtlichen Märtyrerkrone bedacht. Niemandem fiel es ein, daß ſie, die ihnen bedauernswerth Erſcheinende, vor ſo vielen Sterblichen ein beneidenswerthes Loos gezogen, in⸗ dem ihre herrſchenden Leidenſchaften auch unter anſcheinend ſehr ungünſtigen Umſtänden eine Befriedigung fanden, die dem Individuum die höchſte Selbſtzufriedenheit verlieh.

Am funfzehnten Tage nach ihrem Falle entſchlummerte ſie ſanft, ohne Schmerzen, ohne ein Vorgefühl ihres To⸗ des. In ihrem Teſtamente hatte ſie ſich ein anſtän⸗ diges Begräbniß ausbedungen, und demgemäß erhielt