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Dame, die im Jahre 1826 in ihrem funßzigſten Lebens⸗ alter hierher gepilgert war, um auf engliſchem Boden ihren Unterhalt zu finden, nachdem ſie ein halbes Jahr⸗ hundert mit und unter den reichen Patriziern der freien Stadt Hamburg ein glänzendes Leben geführt. Als ich ſie zuerſt ſah, weilte ſie bereits zwanzig Jahre auf engli— ſchem Boden. Mit der dem Alter eigenen Geſchwätzigkeit erzählte ſie mir von dem Glanze ihres Hauſes, dem Stolze ihrer Anverwandten und von ihrer Abneigung denſelben beim Abſterben ihres Vaters eine Bürde zu ſein; ſowie von dem Tode eines Geliebten, der auf den Schneefeldern Rußlands umgekommen, und dem die alten Augen jetzt noch eine Thräne des Andenkens widmeten. In die Heimat zurückgeſehnt hatte ſie ſich niemals. Die Urſache hierzu lag wol tiefer, wie man auf den erſten Blick an⸗ zunehmen geneigt war.
Nach Fourrier ſind auch die ſogenannten ſchlimmen Leidenſchaften des Menſchen, in gehörigem Maße befrie⸗ digt, zu ſeinem Wohlſein nothwendig, und meine alte Freundin war in gewiſſem Sinne eine Beſtätigung dieſer Theorie. Die Natur hatte ſie mit einer beträchtlichen Doſis Hochmuth und Eitelkeit ausgeſtattet, und ſonderba⸗ rerweiſe fanden beide Leidenſchaften mehr Befriedigung hier auf fremdem Boden als unter den reichen Patriziern ihrer Vaterſtadt. Die alte Dame war von einer ſchau⸗ derhaften Häßlichkeit und ſie geſtand ſelbſt, daß ſie in ih⸗ ren Blütentagen durch dieſelbe aufgefallen; Talente beſaß ſie nicht, ebenſo wenig Sprachkenntniſſe. In ihrer Hei⸗


