Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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iſt und was aus ihr geworden. Sie erhielt vor mehrern Wochen einen Brief aus M., daß ein Freund von ihr dort krank liege, und reiſte noch denſelben Abend dahin ab. Seitdem haben wir kein Wort wieder von ihr gehört.

Dieſer Freund war geſtorben, das wußte ich. Es war ihr einziger Freund auf dem weiten Erdenrunde, die ein⸗ zige Perſon, die in einer innern Beziehung zu ihr ſtand und eine tiefe Theilnahme für ſie hegte; ſie hatte mir das ſelbſt geſagt. Er war ihr genommen, ſie hatte ihm das ſterbende Auge zugedrückt und war verſchwunden

In einer Stadt, die achtzehn Quadratmeilen bedeckt, fällt täglich der Vorhang über dem Drama eines Lebens, ehe noch die Zuſchauer den letzten Act geſehen. Das gibt ein weites Feld für den Beobachter, den Philoſophen und den Arzt.

Vor dem Letztern wird mancher Schleier gelüftet; der Schein des äußern Lebens ſchwindet, wo er eintritt, die Wirklichkeit mit ihren Täuſchungen, Schmerzen und ver⸗ fehlten Zwecken tritt nackt vor ihn hin, und was man gewöhnlich mit dem Namen Glück bezeichnet, wird zur eiteln Chimäre. Befriedigung gewährt kein Leben, und wo ſie ſcheinbar eingekehrt iſt, beruht ihr Quell nur in dem einſtweiligen geduldigen Ertragen des Jetzt en atten- dant eines geträumten goldenen Jenſeits.

Unter die in dieſem Sinne zufriedenſten Menſchen, die ich in meiner Prarxis kennen gelernt, gehört eine alte