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Man gab aus Feigheit und aus Selbſtſucht dem unver⸗ ſtändigen Begehren nach, in der Abſicht, durch die Gunſt des Volkes zu herrſchen.
Herr von Stasl nahm an dieſen Vorgängen keinen Theil. Abgelebt und kränklich, ließ er ſeine junge Frau gewähren. Der Tod ſeines Königs rüttelte ihn endlich aus ſeiner Apathie auf und nöthigte ihn zu einer Reiſe in die Heimath. Seine Gattin begleitete ihn nicht. Frau von Stasl hätte ſich in dem Momente um keinen Preis aus Frankreich entfernt; deſſen Geſchick ſie durch ihren Einfluß noch günſtig zu geſtalten hoffte. Sie fürchtete, daß Narbonne, ohne ihre Beihülfe, ſeines Poſtens nicht gewachſen ſei, doch auch unterſtützt von ihr konnte er ſich nicht behaupten. Talleyrand war in England, er ſollte verſuchen, das Cabinet von Saint James für die franzö⸗ ſiſche Revolution zu intereſſiren; als er zurückkehrte, erfuhr er die Entlaſſung ſeines Freundes Narbonne.
„Er konnte ſich nicht behaupten, weil er den Gebrauch der Sprache nicht verſtand,“ ſagte der ſchöne Biſchof zu Frau von Staöl.„Er will ſeine Gedanken damit aus⸗ drücken, während die Gabe des Wortes uns verliehen iſt, um ſie zu verbergen.“
Er tröſtete ſie damit nicht. Sie hatte das Organ ver⸗
loren, durch das ſie ihren Ehrgeiz reden laſſen konnte und


