Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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die Geſandten regelmäßig, Necker hatte ſeine Empfangs⸗ tage; dazwiſchen fielen Diners und Concerte, und das Volk ſah mit ſchelem Auge, daß in den Paläſten immer noch der Ueberfluß herrſche. Daneben emigrirten viele. Täglich hörte man von neuen Namen, welche außerhalb Frankreichs eine Zuflucht vor dem raſenden Sturme ſuchten, und ihn durch ihr Entweichen erſt recht heraufbeſchworen. Indeſſen hatte die Geographie Frankreichs ein neues Blatt aufzuſchlagen erhalten, es war zu einem einzigen Reiche vereint worden, mit einer Münze, einem Geſetze, und das ganze Volk blickte mit Entzücken auf die weiten Grenzen des nun gemeinſamen Vaterlandes. Ein großes Feſt auf dem Champ de Mars ſollte dieſe wichtige Bege⸗ benheit feiern und gleichſam wie zum Spotte, hatte der König den Herrn von Talleyrand erwählt, bei dieſer Ge⸗ legenheit auf dem Altare des Vaterlandes die Oriflamme zu weihen. Frau von Stasl wohnte dieſer Feſtlichkeit bei, die ſie, ihrer innern Bedeutung nach, tief ergriff. Mit thränenfeuchtem Auge überſchauete ſie die ungeheure Men⸗ ſchenmaſſe, welche ſich jubelnd als die Söhne eines gemein⸗ ſamen Vaterlandes begrüßten.Sie erwachen jetzt zum Bewußtſein ihrer Menſchenwürde, ſagte ſie zu ſich,ſie lernen den Sinn der großen Worte liberté, égalité ver⸗ ſtehen. Freudetrunken, wie die Uebrigen, kehrte ſie davon nach Hauſe zurück.

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