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„Es iſt leicht, ſeine Einwilligung zu geben, wenn man nach jeder Richtung hin der Gewinnende iſt,“ ſagte Germaine heiter und erhob ſich.
Die ganze Geſellſchaft brach nun auf.
Herr von Narbonne führte ſein Pferd am Zügel und wandelte neben Germaine. Die Unterhaltung war An⸗ fangs einſilbig und bezog ſich auf gleichgültige Dinge; nach und nach aber minderte ſich ihre Befangenheit, ſo wie ſie ſich dem Strome der eigenen Gedanken überließ.
Die Sonne ſtand am weſtlichen Himmel einer mäch⸗ tigen Feuerkugel gleich, ein dickes Gewölke lagerte ſich da⸗ vor und ſandte dann und wann leuchtende Blitze; von den Wieſen ſtiegen feuchte Dünſte auf und zerfloſſen vor den Nahenden gleich fliehenden Traumgeſtalten; die Blumen ſandten ihre Wohlgerüche, indem ſie ihre Kelche ſſchloſſen; die ganze Natur athmete jene das Scheiden des Tages be⸗ gleitende Ruhe.
Das dunkle Auge des Mädchens gewann einen ſanf⸗ teren Ausdruck, indem es ſich dem ſtillen Walten der Natur zuwandte. Mächtig, wie alles ſie bewegte, wirkte auch die Schönheit dieſes lauen Sommerabends auf ſie, während ihr zur Seite ein junger Mann wandelte, der als das ver⸗ törpre Ideal aller ihrer Zugendträume erſchien.— Thränen drangen in ihre Augen; und doch hätte ſie wieder nur lachen mögen.— Sie wußte ſich nicht zu faſſ en und
1859. II. Frau von Stal. II.


