Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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montel.Sehen Sie hier mein Kind, das iſt die rechte Saat. Hier finde ich Hoffnung, Zukunft, alles was Sie wollen. Sie hielt ihr den Säugling hin.

Germaine ſtreichelte ſeine Wangen und ſagte dann, mit einem ſchelmiſchen Blicke auf deſſen Mutter:Sie wollen mich zur Proſelhtin eines Glaubens machen, der alt iſt, wie die Welt; doch hält er hier nicht Stich. Ich will für mich erſt da ſein, dann für Andere. War nicht auch ich ein Kind? Und jetzt, herangewachſen, ſoll die Welt mir erſt gewähren, was ſie mir ſchuldig iſt, ich will des Zeitgeiſts Flügel heben helfen, damit er mich in ſeinem Fluge mit fortreißt; will dem, was er bezweckt, mich bei⸗ geſellen, und mit genannt ſein, wo er Thaten fordert. Der Menſchheit Leid und Freud zu theilen, iſt des Men⸗ ſchen Loos. Sich dem entziehen, nenne ich arm ſich machen, ſein Herz verengen, ſtatt es zu erweitern. Den Mutter⸗ pflichten alle Anerkennung; allein ich will erſt Menſch, dann Mutter ſein.

So lebhaft, meine junge Freundin? rief hier eine Stimme hinter ihr, und Marmontel trat vor und hielt ihr ſeine Hand zum Gruße hin. Sein rundes Geſicht glänzte von der Wärme des Tages, ſeine Perrücke war etwas ver⸗ ſchoben, und die ganze Geſtalt hatte etwas überaus Ko⸗ miſches. Schnell vom Ernſt zum Scherze übergehend, bückte ſich Germaine, nahm ihren weggeworfenen Hut auf,