Teil eines Werkes 
3. Bd. (1859)
Entstehung
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kunft auf dieſe Weiſe unſere Vergangenheit zu überſchatten vermöge und wie das Licht der Wahrheit uns um ſo manche angenehme Erinnerung ärmer mache.

In ihren ſchlafloſen Nächten blieb ihr viel Zeit zum Nachdenken, und dieſe ſtillen Stunden führten ſie zu man⸗ cher neuen Einſicht. Sie betete viel; nicht mit auswendig gelerntem Worte; ſondern mit den Gedanken an das ewig Unvergängliche aller erſchaffenen Dinge. Sie hatte ſich nie mit der Metaphyſik, nie mit Klügeleien über die Re⸗ ligion, nie mit Abſicht und Zweck des Schöpfers bei Er⸗ ſchaffung ſeiner Welt abgegeben.Naime mieux l'oraison dominicale que tout cela, ſagte ſie.

Sie liebte das Leben, ſie wünſchte nicht davon zu ſcheiden, ſie ſah dem Tode nicht mit Reſignation in das Auge. Mancher ſchwere Seufzer enthob ſich ihrer Bruſt, während ſie dem Fortſchritte ihres Uebels zuſah.Arme menſchliche Natur! ſagte ſie.Ach! das Leben, das Leben! Was ſind wir? Unſer Daſein gleicht dieſen Go⸗ belin⸗Tapeten, welche auf ihrer ſchönen Seite nicht das Gewebe zeigen, während der Rücken alle Fäden bloßlegt. Das Geheimniß unſeres Erdenlebens beſteht in dem Zu⸗ ſammenhange unſerer Fehler mit dem was wir leiden. Ich habe nie ein Unrecht begangen, welches nicht zu irgend einem Unglücke für mich geführt hätte.

Sie bereute jetzt vielleicht, daß ſie des Schmerzes nie