Teil eines Werkes 
3. Bd. (1859)
Entstehung
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Eine eifrige Correſpondenz mit ihren Freunden ent⸗ ſchädigte ſie zunächſt für die Trennung von ihnen. Nar⸗ bonne hielt ſich in London auf, und bemühte ſich, die Intereſſen Frankreichs dort zu vertheidigen. Arm und flüchtig, öffneten ſich ihm dennoch die bedeutendſten Kreiſe, For und Grey, Erskine und Granville ſahen ihn häufig an ihrer Tafel, und Frau von Staöl bemühte ſich, aus der Ferne auch jetzt noch, wie in Paris, ihren Einfluß auf ihn zu üben und ſeine Schritte zu lenken.

Die Verurtheilung des unglücklichen Königs von Frankreich verurſachte ihr einen tiefen Schmerz, und un⸗ aufhörlich ging ſie mit ihren Freunden zu Rathe, wie er zu reiten ſei. Narbonne hatte ſich erboten, unter Zu⸗ ſicherung freien Geleites nach Paris zu kommen und ſeine Vertheidigung zu übernehmen; als man ihn damit zurück⸗ wies, verfaßte er dennoch eine Rechtfertigung Ludwig's XVI. und übergab ſie dem Drucke.

Frau von Staöl, von gleicher Geſinnung geleitet, ſchrieb eine Vertheidigung der Königin Marie Antvinette, und übergab ſie anonym der Oeffentlichkeit. Jeder errieth die Verfaſſerin, auch ohne ihren Namen, und bewunderte das Herz, dem ſolche Worte entſtrömten, um eine Frau zu rechtfertigen, von der ſie nur Uebles erfahren hatte. Ge⸗ kränkte Eitelkeit überwindet man nicht leicht. Frau von Staöl kannte auch in dem Bezug kein böſes Gefühl, ſie