Teil eines Werkes 
3. Bd. (1859)
Entstehung
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Paris, das Ideal aller Städte, blutete unter Robespierre. Die Sache der Freiheit war zu einer Sache des Schreckens geworden.

Was bleibt mir nun, was mache ich mit meinem Leben? fragte ſie ſich heimlich und fühlte tief und ſchmerz⸗ lich, wie zerriſſen das ihrige geworden, weil es der geſunden Baſis des Familienglückes entbehrte. Eine tiefe Melancholie bemächtigte ſich ihrer.

Necker forderte ſie auf, in der Umgegend einen geſelli⸗ gen Kreis zu bilden; doch alle Zirkel, die ſie hier beſuchte, ſtimmten ſie nur trauriger. In Genf lebte Madame Rillet, welche ihre Jugendzeit in Saint Ouen als Fräulein Huber mit ihr getheilt; ſeitdem hatten ihre verſchiedenartigen Lebensbeziehungen ſie noch weiter von einander getrennt, und Jeder weiß, wie peinlich es iſt, alten Bekannten innerlich entfremdet gegenüber zu ſtehen. Sie war dem Frauenleben in ſeinen gewöhnlichen Beziehungen entfremdet, ſie konnte den Intereſſen, welchen es gewidmet iſt, nicht jenen Antheil abgewinnen, den das Herz allein zu verleihen vermag, wenn es den Mittelpunkt unſerer Lebensbeziehungen bildet. Einmal gewöhnt dem Geiſte zu huldigen, und allem was er ſchafft, mit reger Theilnahme zu folgen, ſah ſie mit traurigem Blicke dem kleinen Sorgen und Schaffen zu, das andere Frauen, als Gattinnen und Mutter be⸗

ſchäftigt.