Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Geſicht ihrer Mutter, aber ohne zu ahnen, was dieſe Bläſſe hervorrief. Sie hatte die Abſichtlichkeit in den Aeuße⸗ rungen der Frau von Genlis nicht empfunden, und ſchaute, befriedigt von der Unterhaltung des Tages, zu dem in Purpurgluth getauchten Abendhimmel empor. Leiſe be⸗ gann ſie vor ſich hin ein Lied zu ſummen, und endlich, ver⸗ geſſend wo ſie ſei, ſetzte ſie tief und voll zu einem Geſange ein. Eine Mahnung ihrer Mutter brachte ſie zu ſich ſelbſt zurück. Sie lachte laut über ihr eigenes Thun.Das war zu ſpaßhaft! rief ſie aus.Ein Glück, daß unſere Pferde nicht vor meiner Stimme ausgeriſſen. Darf ich mich auf den Bock zum Kutſcher ſetzen? fragte ſie nach einer Weile. Der Abend iſt ſo ſchön.

Madame Necker ſchlug es ihr, als unpaſſend, ab.

Können wir nicht über Saint Brice fahren, begann ſie bald darauf wieder,ich möchte gern wiſſen, wenn Pieccini zu Marmontel kommen wird, um meine Geſang⸗ ſtunden dort zu nehmen.

Du kannſt morgen einen Boten hinüber ſenden und Dir die Nachricht ſchriftlich erbitten, verſetzte ihre Mutter.

Immer Nein und immer Nein! trällerte Ger⸗ maine leiſe.

Und wäre es immer Ja, ſo wüßte ich nicht, was Du Dir bald erbitten würdeſt, ſagte die Mutter verſtimmt.

Ich weiß es und kann es Dir ſagen, wenn Du es