Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Dann kehrte ſie mit einemGottlob! in ihr Zimmer zurück, und notirte in ihrem Jvurnal: dieſe Necker's ſind das unerträglichſte Volk, das mir jemals vorgekommen iſt, voll Hochmuth und Anmaßung und die Tochter vor Allem weiß ihren übertriebenen Aeußerungen gar kein Ziel zu ſetzen; trotz ihrer großen Bewunderung für mich, hat ſie mir entſetzlich mißfallen, und ich werde eine Gelegenheit ſuchen, um die Folgen einer Erziehung, wie ſie ſie em⸗ pfangen, in einem Romane als Beiſpiel zu ſchildern. Ich habe der Mutter den verſteckten Rath ertheilt, ſie an irgend einen Brauer oder Bäcker zu verheirathen, und ich hoffe, daß ſie mich verſtanden hat; wenigſtens brach ſie augenblicklich auf.

Madame Necker ſaß indeſſen ſchweigend neben ihrer Tochter und rang innerlich nach Faſſung. Ihre körper⸗ liche Schwäche machte ſie jetzt noch reizbarer, und eine Wunde, welche immer neu aufgeriſſen wird, ſchmerzt end⸗ lich bei der leiſeſten Berührung. Ohne Aufhören war man bemüht, die Stellung ihres Gatten an ihr und ihrer Tochter zu rächen und nicht zum erſten Male hörte ſie die War⸗ nung, eine Verbindung mit dem alten Adel Frankreichs als unmöglich zu betrachten. Das Mißwollen, welches ſich in ſolchen Aeußerungen ausſprach, konnte ſie nur kränken und verletzen, weil es ſo unverdient ſie traf. Germaine warf beſorgt einen Blick auf das bleiche