Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Ihrer Frau Mutter kein angenehmes ſein kann. Mein Wunſch iſt, daß ſie ſolche Eindrücke von Belle Chaſſe mit hinwegnehme, welche ſie zu einer Wiederholung ihres Be⸗ ſuches reizen.

Dazu bedarf es nur des Vergnügens Ihrer Gegen⸗ wart, fiel Madame Necker ein,und verſagt man ſich die Freude, Sie häufig aufzufuchen, ſo iſt der Grund Be⸗ ſcheidenheit.

Eine Tugend, durch die Sie mich hoffentlich nicht ſtrafen werden, erwiederte Madame de Genlis, welche ſich im Tone artiger Converſation ihrem Gaſte zu ſehr überlegen fühlte, um ihre Gewandtheit nicht zu zeigen. Vielleicht geſtatten Sie mir, Ihnen das Schloß und die Gärten zu zeigen, das heißt, wenn es Sie nicht ermüdet, Madame Necker, denn Sie ſehen angegriffen aus.

Meine Geſundheit iſt leidend, ich muß das zu mei⸗ nem Bedauern zugeſtehen, dennoch darf ſie mir nicht zum Vorwand dienen, den unangenehmen Pflichten meiner Stellung zu entgehen, wie viel weniger würde ich alſo heute mir ein Vergnügen verſagen, das durch Ihre Güte mir geboten wird, verſetzte Madame Necker.

Madame de Genlis fand dieſe Erwiederung ſteif und pedantiſch. Immer noch der Ton der Gouvernante, dachte ſie bei ſich ſelbſt, kein Verkehr mit der Welt kann dieſe Frau gewandt machen. Lächelnd ſagte ſie: