230 Ihren Namen mit Entzücken nennen. Sie ſchöpfen aus 3 dem warmen Leben und kleiden Ihre Ideale in ein Gewand V der Wirklichkeit.— Die ganze Menſchheit iſt Ihr Eigen, hi Ihr Herz erweitert ſich, indem es für ſie ſchlägt, und in ſt dem allgemeinen Glück das individuelle ſucht und findet.“
„Sie gehen weit in Ihren Vorausſetzungen, Fräulein w Necker, und darf ich aus Ihren Aeußerungen eine Folge⸗ F rung ziehen, ſo iſt es die: daß auch Sie eines Tages der ſe HOeffentlichkeit übergeben werden, was Sie ſo begeiſtert fühlen.— Mögen dieſe ſchönen Träume dann nur auch ſt eine gleich ſchöne Verwirklichung finden, mögen Sie nicht ſi unter der Roſe die Dornen erkennen,“ fügte Frau von ü Genlis mit ſarkaſtiſchem Lächeln hinzu. 6
„Ach! Ich verſtehe Sie!“ rief Germaine ſchmerzlich C
¹ und ſenkte den Blick.„Ich habe es ja erfahren, wie ſteinig A der Weg, welcher zum Ruhme führt.— Haben nicht die
tauſend Zungen des Neides meines Vaters Namen an⸗ n
getaſtet, und jede Schmähung auf ſein armes Haupt L
gehäuft, die nur der Niedrigſten einer verdienen konnte! S
Das ſchmerzt, Madame; allein ein wahrhaft großer Mann h
bleibt darum für die Nachwelt nicht minder groß.“ n
6„Eine Frau jedoch darf und kann ſich über ſolche Unbill weniger leicht erheben,“ fiel Frau von Genlis ein, deren Ohr das beſtändige Lob Necker's unangenehm be⸗ rührte.„Doch brechen wir von dieſem Thema ab, daß“


