Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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noch für ſie zu betrachten bleibt. Das iſt ein glückliches Vorrecht der Jugend. Die warme Hingabe an die Gegen⸗ wart, an Freunde, an große Ideen, geht mit ihrem Schwin⸗ den verloren und unſere Seufzer bringen nichts zurück. Ich gratulire Ihnen, Fräulein Necker, einen Vater zu be⸗ ſitzen, den Ihre Kindesliebe ſo warm bewundern kann! Möge Ihnen dieſes ſchöne Vorrecht lange noch bewahrt bleiben!

Germaine ſtand auf und drückte die Hand der Frau von Genlis an ihre Lippen.Sie ſind ſo geiſtvoll als liebenswürdig! rief ſie aus.Sie wiſſen nicht, wie ſehr ich Sie bewundere und meine Mutter gebeten habe, mich hierher zu führen!

Wirklich? verſetzte Frau von Genlis, den warmen Ausruf durch ein huldvolles Lächeln erwiedernd.Das freut mich herzlich! Wenn meine Schriften die Jugend anſprechen und mir die Neigung der für das Gute und Schöne noch empfänglichen Gemüther gewinnen, dann fühle ich mich reich belohnt für meine Mühe. Ich habe ſo eben ein kleines Stück vollendet, das Ihnen vielleicht auch gefallen wird.

Wie heißt es? rief Germaine.Wie glücklich Sie ſind, verehrte Frau, immer wieder Schönes ſchaffen zu können. Wie reich iſt Ihre Phantaſie, wie erfinderiſch Ihr Geiſt! Die Natur hat Sie bevorzugt und Ihr Wille