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ſein; ſtatt deſſen durfte ihre Eitelkeit keinen höhern Triumph feiern, als ſich den Titel eines Gouverneur anzueignen, wodurch ſie in den Augen Vieler lächerlich ward.
Ein eiſerner Fleiß und die ſorgfältigſte Eintheilung ihrer Zeit, ſetzten Frau von Genlis in den Stand, auch in ihrer jetzigen Stellung der Bildung ihres Geiſtes zu leben, und außer dem fortgeſetzten Studium der Harfe, die ſie reizend ſpielte, noch manche poetiſche Arbeiten zu vollenden, welche ihren Namen in weiteſte Ferne trugen.
Gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts gab es weniger Schriftſtellerinnen, als bedeutende Frauen, deren Stellung in der Geſellſchaft, im Hauſe, im Verkehr mit ausgezeichneten Männern, ihnen einen Einfluß gewann, welcher ihr Urtheil häufig als maßgebend für die öffentliche Meinung erſcheinen ließ. Es bedurfte für ſie nicht des geſchriebenen Wortes, um die Anerkennung zu finden, nach der ſie ſtrebten; denn der Salon erſetzte ihnen das Hervor⸗ treten in die Oeffentlichkeit, er war die Arena, wo ſie durch ihren Geiſt glänzen, und ſich einen Einfluß zu erobern vermochten, welcher ſogar politiſch bedeutend war.
Damals ſonderten ſich die Herren nie von den Da⸗ men, die Unterhaltung in den Geſellſchaften war eine all⸗ gemeine, die Intereſſen für beide Geſchlechter gleich. Man übte ſich ganz beſonders in der Gabe des Ausdrucks, die Männer, um die Damen angenehm zu unterhalten, und


