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Vergnügen gewähren. Solche Vorgänge erinnern an die Zeiten der Inquiſition und ſind eines aufgeklärten Zeit⸗ alters unwürdig.“
„Wie kann der König das nur geſtatten?“ fragte Germaine verwundert.„Die Geſchichte wird einſt eine ſolche That mit ſchwarzem Griffel verzeichnen und an ſeiner Stelle würde ich mich fürchten, meinen Ruhm da⸗ durch verdunkelt zu ſehen.“
„Ludwig XVI. denkt aber nicht an ſeinen Nachruhm, denn er iſt ein König.“
„Er weiß aber doch recht gut, daß die Geſchichte auch darin Unterſchiede macht?“ rief Germaine lebhaft.„Sind die Völker auch nicht immer muthig genug, die Thaten ihrer Fürſten vor ihr eigenes Gericht zu fordern, ſo iſt die Nachwelt dafür eine deſto ſtrengere Richterin, und was ſie waren und nicht waren, folgte ihrem Namen nach durch alle Ewigkeiten.“
„Unſer König iſt ein moraliſch guter Menſch, doch kann er nie ein großer Herrſcher werden.— Er lieſt freilich viel Geſchichte, beſonders die Englands, aber ohne den geringſten Nutzen für ſich ſelbſt daraus zu ziehen. Viel Schuld trägt daran auch wohl ſeine Umgebung. Es iſt ein großes Unglück für die Könige, daß ihr nächſter Um⸗ gang ſtets ihre Paraſiten ſind. Ein Hof kann ohne dieſe nicht beſtehen; denn wer ſonſt wollte die Livree der Fürſten
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