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Kuß auf die Stirne des Kindes, das an dieſe trauliche Be⸗ grüßung gewöhnt ſchien.
„Wie ſpät!“ rief ihm Herr Necker entgegen.„Ich glaubte ſchon, Sie wären nach Verſailles berufen worden, lieber Raynal, um des ſterbenden Königs Gewiſſen erleich⸗ tern zu helfen.“
„Die Beichte würde ihn gereut haben; denn ich hätte ihm die Abſolution vorenthalten,“ rief dieſer lachend.„Die Majeſtäten wiſſen ſchon, an wen ſie ſich zu halten haben. Aber trotzdem, daß man mich nicht nach Verſailles berufen, bin ich den ganzen Tag für den König thätig geweſen, damit ich morgen ſein Scheiden aus dieſer Welt mit allen Einzelheiten in meinem Blatte ſchildern kann. Er hat ein ſehr tragiſches Ende genommen; faſt ein zu tragi⸗ ſches für einen einzigen Sterblichen! Die Vorſehung hätte füglich zwei Sünder mit dem abfertigen können, was ſie dieſem einen zu Theil werden ließ. Aber Dinge, die ge⸗ ſchehen ſind, kann man nicht ändern. Er hat ſein Gutes nun einmal genoſſen und ich beneide es ihm nicht.“
„Was haben Sie denn alles erfahren?“ fragte Herr
Kecker.
„Wenig und viel, wenn Sie wollen. Es hielt ſehr, ſehr ſchwer, ſich authentiſche Nachrichten über ſeinen Zuſtand zu verſchaffen. Bei einem Fürſten geht alles durch zu viele Hände, man kann das trübe Waſſer endlich nicht von
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