Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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des ehrlichen Genfers abſtach. Was heute ganz Paris beſchäftigte, hatten auch ſie ſich zum Thema ihres Ge⸗ ſprächs gewählt, die Nachricht von dem Tode des Königs Ludwig XV. hatte auch ihr Ohr erreicht, und Beide be⸗ leuchteten mit ernſter Theilnahme den Zuſtand des armen Frankreichs am Schluſſe dieſer langen und verderblichen Regierung, von Friedrich dem Großen ſcherzhaft das Reich der drei Cotillons benannt.

Madame Necker nahm heute wenig Theil an der Unterhaltung, ja, gegen ihre Gewohnheit ſchien ſie ihr kaum ein aufmerkſames Ohr zu leihen. Sie ſaß in ihrem weiten, weichen Armſtuhle bequem zurückgelehnt, und ſpielte mit ihrem Fächer, ihn bald öffnend, bald ſchließend, bald wieder ſchützend der Flamme entgegen haltend. Man las auf ihrem Geſichte, daß ihre Gedanken ihr eigenes Spiel trieben und ſie von dem entfernten, was um ſie her vorging.

Neben ihr, auf einer kleinen hölzernen Fußbank,** ſaß ihr einziges Kind, ein kleines Mädchen von acht Jah⸗ ren, und ſchnitt aus weißem Papier allerlei Figuren aus. Sie hatte ihren Platz ſo gewählt, daß die Lehne des Arm⸗ ſtuhles ſie faſt verdeckte und den Blicken ihrer Mutter * Memoiresde la Du Barry. Band 2. S. 42. ** Mémoires de Madame Necker de Saussure.