Zweites Capitel. Der Salon Necker.
Madame Necker empfing ſeit einiger Zeit jeden Freitag einen kleinen Kreis von Freunden bei ſich, zu denen mehrere der bedeutendſten Männer ihrer Zeit ge⸗ hörten. Heute zum erſten Male war ihr Salon leer geblieben, und erwartungsvoll richtete ſich jetzt ihr Auge der Thüre zu, in der Hoffnung, noch einen verſpäteten Gaſt eintreten zu ſehen.
In dem großen Kamine, der die Mitte des Zimmers beherrſchte, loderte eine helle Flamme, trotz dem Frühlings⸗ grün, das draußen ſproßte. In der Nähe des Feuers, die Hände auf den Rücken gelegt, ſtand Herr Necker und unterhielt ſich eifrig mit⸗Baron Grimm, deſſen feine Züge und geſchminkte Wangen, neben der hofmänniſchen Haltung ſeltſam gegen die kurze, derbe, etwas gewöhnliche Geſtalt
*
„———
„
1—


