Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Huldigungen hin, und duldete es gelaſſen, daß ſeine blü⸗ hende junge Frau ihm Altäre erbaute. Es iſt bequem ſich loben zu laſſen. Madame Necker kannte das Geheim⸗ niß eine glückliche Ehe zu führen und beutete ihr Wiſſen in ſeinem ganzen Umfange aus. Indem ſie Alles in Be⸗ zug auf ihren Gatten dachte und empfand, und ihn zum Mittelpunkte ihres Lebens machte, wurde ſie ihm unent⸗ behrlich und förderte auf jede Weiſe ſein Glück.

Sie lehrte ihn an ſich glauben und bis dahin nicht geahnte Kräfte in ſich finden; ſie überzeugte ihn, daß er jegliches Talent beſitze, und nur zu wollen brauche um es ſich dienſtbar zu machen; und die Folge bewies die Macht ihrer Liebe und ihres Vertrauens.

Seinen Gäſten gegenüber bewies ſich Necker ſteif und kalt. Seine Gattin bemerkte es und ſuchte den Fehler durch doppelte Höflichkeit wieder gut zu machen. Da die Unterhaltung ihr gänzlich überlaſſen blieb, ſo koſtete es ihr oft große Mühe das Geſpräch rege zu erhalten und wenn es ſtockte, ſo verrieth ihre Unruhe und ihre ängſtliche Miene wie peinlich ihr das war.

Necker jedoch ſchien weder ihre Verlegenheit, noch ihre Anſtrengung zu bemerken, und darin fand ſie immer noch einen Troſt, wenn ſie mißmuthig die Anklage gegen ſich ſelbſt erheben wollte, daß es ihr an Geiſt und an Lebendigkeit fehle, um den zündenden Funken unter ihre Gäſte zu werfen.