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Beifall und gern verſprach er ihr eine Stütze zu ſein, um ihren Zweck zu erreichen.
So oft er eine Einladung erhielt, bat er um die Er⸗ laubniß einen Freund mitbringen zu dürfen, und bald genug fehlte es dem Hauſe nicht mehr an Gäſten.
Madame Necker jubelte. Aber nur in der Stille für ſich. Sie mißtraute zu ſehr ihrem Tacte, um ſich ein Wort, einen Ausdruck, ein Lächeln zu erlauben, das nicht das Reſultat der Ueberlegung, ſondern das Werk des Angenblickes war.
Sie nahm ſich vor, alle Kräfte aufzubieten, um ihr Haus den ausgezeichnetſten Männern angenehm zu machen; aber nicht ihrer ſelbſt willen faßte ſie dieſen Vorſatz. Ihr Gatte ſollte glänzen, das war ihr Wunſch; ihm wollte ſie durch dieſe Umgebung einen Nimbus verleihen, welcher ihn über ſich ſelbſt täuſchen, und aus dem Banquier endlich einen Schriftſteller machen ſollte. Sie war in dem Bezug eine Lady Macbeth in gutem Sinne.
Unerſchöpflich war ſie in ſeinem Lobe. Was er ſagte, that, vornahm, erhielt durch ſie einen Commentar, der auch ſeinen geringſten Handlungen eine Glorie verlieh. Sie wollte, daß man ihn ſchätzte, verehrte, liebte, wie ſie ihn liebte, und war unermüdlich in ihrem Bemühen, der Welt eine gleiche Anſicht beizubringen.
Necker ließ ſie gewähren. Schweigend nahm er ihre


