Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Rede war, welche er nicht inne hatte. Dieſe Zurückhal⸗ tung nahm man für Stolz; doch war es nur eine feine Klugheit, welche ihm rieth zu ſchweigen, wo er ſeinen Aus⸗ ſprüchen nicht vertrauen durfte. Madame Necker wünſchte ihrem Gatten, nach den ernſten Beſchäftigungen auf ſeinem Bureau, einen ange⸗ nehmen geſelligen Verkehr in ihrem Salon zu bieten. Ihr Geſchmack führte ſie dabei auf Gelehrte und Künſtler; allein dieſe für ſich zu gewinnen, war nicht leicht. Eine ſchöne junge Frau findet allerdings Gelegenheit, mit Männern bekannt zu werden; doch ſind dieſe geſellſchaft⸗ lichen Beziehungen nicht immer ausreichend, um einen Um⸗ gang für ſich daraus zu wählen und bei dem ſteifen, pedan⸗ tiſchen Weſen der jungen Schweizerin ſchien dies erſt doppelt ſchwierig zu ſein.

Sie beſaß bis jetzt nur einen perſönlichen Bekannten, den Akademiker Thomas, welchen ſie gleich bei ihrer An⸗ kunft in Paris in dem Hauſe ihrer Beſchützerin kennen gelernt hatte. Dieſer Thomas war in ſeinem Weſen eben

ſo formell, wie ſie ſelbſt und zu dieſem fühlte ſie ſich daher vorzugsweiſe hingezogen. Ihm geſtand ſie eines Tages ihre Sorge.

Daß ſie bildend und veredelnd auf ihren Gatten ein⸗ zuwirken, daß ſie ihn durch einen geeigneten Umgang zu heben und zu fördern wünſchte, erhielt ſeinen völligen

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