Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Alles an ihr war abgemeſſen, abgezirkelt; ſelbſt im Scherze überſtieg ſie nie eine gewiſſe Grenze, man fühlte überall die Methode hindurch, ſie behielt den Ton einer Lehrerin auch im Salon noch bei.

Sie bemerkte es unangenehm, wie ſehr ſie in ihrem Weſen gegen andere junge Frauen ihres Alters abſtach und vermochte es doch nicht zu ändern. Sie hätte Ande⸗ ren gefallen mögen, nur um ihrem Gatten deſto mehr zu gefallen. Es war ihr ein peinlicher Gedanke fürchten zu müſſen, daß ſein Auge entdecken werde, wo es ihr fehle. Eifrig bemühte ſie ſich daher, liebenswürdig, freundlich, un⸗ terhaltend zu ſein, damit auch er ſie ſo finde; leider aber verrieth ſich auch dies Bemühen dem Auge des Anderen und ließ ihn kalt.

Ihr Wohlſtand wuchs; ſie bezogen ein Hötel und wünſchten Umgang. Necker ſelbſt war nicht der Mann einen Kreis zu bilden. Für den Handel erzogen, fehlte ihm allgemeine Bildung. An die geheimnißvollen Ope⸗ rationen der Bank gewöhnt und in die Berechnungen der Handels⸗Speculationen vertieft, kannte er die Welt wenig, ging mit wenigen um, fand keine Zeit zur Lectüre, und war von Allem, was nicht in ſein Fach ſchlug, nur ober⸗ flächlich unterrichtet. Aus Klugheit und Eigenliebe zeigte er ſich daher zurückhaltend im Geſpräche und vermied es, ſeine Meinung zu äußern, ſobald von Gegenſtänden die