Eine neue Welt tauchte in dem glänzenden Paris vor ihr auf. Aber welch eine Welt? In den ſtrengen Grundſätzen erzogen, womit die Calviniſten der kleinen Republik ſich hervorthaten, ſah ſie mit Staunen, wie viel man ſich in der Hauptſtadt Frankreichs erlaubte, wie vieles man ſich, um zum guten Tone zu gehören, erlauben mußte, und ging darauf mit ſich ſelbſt zu Rathe, was ſie in ſich zu ändern vermöge, um in dieſer ihr ſo fremden Geſell⸗ ſchaft zu gefallen.
Unbekannt mit den Pariſer Sitten, beſaß ſie keine der Annehmlichkeiten einer jungen Franzöſin. Weder ihr Benehmen, noch ihre Art ſich auszudrücken, kündigte eine Frau an, die in der Schule der Kunſt erzogen iſt. Ihrem Putze fehlte es an Geſchmack, ihrer Haltung an Leichtigkeit, ihrer Höflichkeit an einnehmender Grazie, kurz, ihr Geiſt und ihr Benehmen hatten zu viel Zurichtung, um ſich mit Anmuth zu zeigen.
Deſto vortheilhafter und ihrer würdiger zeichneten ſie Sittſamkeit, Offenheit und Güte des Herzens aus.
Eine tugendhafte Erziehung und ein gründlicher Unterricht hatten die trefflichen Anlagen ihrer Seele in reichem Maße ausgebildet. Ihre Empfindungen waren untadelig, doch verſtand ſie ſie nicht anmuthig in Worte zu kleiden. Alle Grazie ging ihr ab.
Regelmäßigkeit war die Richtſchnur ihrer Pflichten.
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