mußte er ja nothgedrungen auch zum Verräther an ſich ſelbſt werden. Wenn ihre Unterhandlung mit Oeſterreich ihr zum Verbrechen geſtempelt werden ſollte, wie konnte man dann ihren Gehilfen und Rathgeber frei ſprechen? Die erſte Wuth hatte ſich gekühlt. Die Schuppen ſanken ihm von den Augen.
Seinem früheren tollkühnen Muthe folgte jetzt eine eben ſo große Feigheit. In der demüthigſten Stimmung verfaßte er eine ausführliche, ihn rechtfertigende Denk⸗ ſchrift, worin er die ganze Sache mittheilte, und alle Schuld auf die Churfürſtin warf, der zu dienen ſein ein⸗ ziger Wunſch geweſen, ohne dabei zu überlegen, ob das, was ſie im Schilde führte, den Wünſchen des Churfür⸗ ſten entgegen ſein konnte. Dem Memoire fügte er einige Briefe der Churfürſtin bei, die ihn rechtfertigen ſollten. Dieſe Schrift überreichte er perſönlich dem Geheimrath von Zehmen und bat ihn ſie aufmerkſam durchzuleſen, um ſich daraus von ſeiner Unſchuld zu überzeugen. Reich⸗ ten dieſe Beweiſe nicht hin, ſo könne er noch gültigere liefern; denn ſeine beleidigte Ehre zu retten, kenne er keine Rückſicht. Wolle ihm der Churfürſt ſeine Gunſt entziehen, ſo biete ſich dafür kein Erſatz.
Den Erfolg erwartend, kehrte er in ſeine Wohnung zurück, voll der beſten Hoffnungen. Er ſah es jetzt frei⸗ lich ein, daß er die Mutter eines Fürſten, wie Friedrich


