zugung des Prinzen Karl vor ſeinen übrigen Geſchwiſtern betraf. Dieſe wollte er durchaus nicht gelten laſſen, und nur erſt als Maria Antonia davon abgeſtanden, ging er auf ihre übrigen Bedingungen ein.
Dieſer günſtige Erfolg ihrer Unterhandlungen kam der Churfürſtin⸗Witwe ganz unerwartet und kaum konnte ſie anfangs daran glauben. Auch war es nicht Freude, was ſie darüber empfand. Sie fühlte, daß ſie ſich geirrt hatte, und das machte ſie verdrießlich. Ihre Unterhand⸗ lungen mit Oeſterreich waren nun überflüßig, und ſollten ſie dem Chuvfürſten bekannt werden, ſo mußten ſie ſei⸗ nen Unwillen erregen. Seine Mutter hatte ſich zuerſt an einen fremden Hof gewandt, das fand bei ſeiner Sin⸗ nesweiſe keine Entſchuldigung. Sie zitterte jetzt vor einer Entdeckung ihrer Correſpondenz, während ſie vorher nicht vorſichtig in Verfolgung dieſes Weges zu ſein ver⸗ mocht hatte.
Zum Glück kannte Niemand den Inhalt der mit dem Wiener Hofe gewechſelten Briefe, als ihr Geheim⸗ ſecretär Hegewald und der Chevalier d'Agdolo. Des Erſteren war ſie ſicher, ſeiner Verſchwiegenheit hielt ſie ſich verſichert; die des Letzteren konnte ſie nur käuflich gewinnen.
Wie bedauerte ſie es jetzt, in der Hand eines Man⸗ nes zu ſein, deſſen Charakter ſie nicht vertrauen durfte. 1860. XI. Maria Antonia. III. 12


