Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Herzogs von Kurland, in Ordnung gebracht; die Chur⸗ fürſtin⸗Witwe wandelte nun oftmals darin umher, im Anſchauen der Plätze vertieft, die ihrer Jugend heitere Erinnerungen begruben. Wie war dies Dresden jetzt ſo ernſt geworden, wo es einſt der luſtigen Feſte ſo viele gegeben, und das Gepränge einer prächtigen Hofhaltung Fremde von nah und fern herbeigezogen!

Weiße hatte ſeinen Kinderfreund geſchrieben und ſandte ihr ein Exemplar davon zu. Wieder war dies ein Beitrag zur deutſchen Literatur, den ſie mit Freuden empfing und worüber ſie dem Verfaſſer ihre Anerkennung ausſprach. Mehr zu thun war leider nicht in ihrer Macht. Wäre ſie jetzt regierende Fürſtin geweſen, ſo hätte ſie alle jungen Dichter ihrer Zeit an ihren Hof berufen und Dresden zu einem kleinen Athen umgewandelt; wie die Muſik und das Theater hier ihre Blüthe erreicht, wie die Malerei hier ihre erſte Stätte aufgeſchlagen, ſo hätte auch die deutſche Literatur hier ihren Höhepunkt gewinnen und die Welt mit Bewunderung für Sachſen und ſeine Fürſten erfüllen ſollen. Leſſing, Göthe, Schil⸗ ler, welche bereits mit Bewunderung genannt wurden, und neben dieſen Herder und Wieland, wie dürſtete ſie nach dem Verein ſolcher Talente, nach dem Mitgehen auf ihrer Bahn, nach dem erfriſchenden Umgange mit dieſer ſtrebenden Jugend; und in wachenden Träumen malte