Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Die Verſammelten athmeten nun hoch auf. Die Wachen ſchüttelten die Entſchlummerten, die Ohn⸗ mächtigen kehrten zum Bewußtſein zurück, der Herzog zog ſich in ſeine Gemächer zurück, und endlich blieb nur Schröpfer allein zurück; regungslos lag er am Boden. So fanden ihn ſeine in dem Nebengemache befindlichen Gehilfen, und brachten ihn in ſeine Wohnung.

Das größte Geheimniß ward über den Vorgang beobachtet. Der Herzog von Kurland hatte dies Verſpre⸗ chen von einem Zeden gefordert, in der Ueberzeugung, daß ſein Neffe, der Churfürſt, dieſe Geiſterbeſchwörung mißbilligen würde. Alle Anweſenden hatten unverbrüch⸗ liches Schweigen gelobt, und darum auch nur ihren ver⸗ trauteſten Freunden mitgetheilt, welcher erſchütternden Scene ſie beigewohnt. Jeder Freund hatte nun wieder einen Freund, den er ſeines Vertrauens werth hielt, und ſo verbreitete ſich denn eine erſtaunenswerthe Geſchichte durch die ganze Stadt, von dem Gerüchte um vieles ver⸗ größert.

Maria Antonia, von dem begünſtigten Neffen ihres beiderſeitigen Onkels nicht aufgefordert, an dieſem Vor⸗ gange Theil zu nehmen, deſſen Zweck er ihr am wenig⸗ ſten zu verrathen wünſchte, ward dennoch ſchnell davon in Kenntniß geſetzt, und ſtattete dem Herzoge am Morgen nach der begebnißreichen Nacht einen Beſuch ab. Sie