Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

——————

—

wendend, ſagte er:„Meine Herren! Die Probe findet heute nicht ſtatt. Seine Majeſtät der König iſt verhin⸗ dert!“ und damit winkte er ihnen den Abſchied.

Dann erſt trat er auf Fauſtine zu, bot ihr den Arm und führte ſie aus dem Saale. Vergeblich flüſterte ſie fragend:„Was iſt vorgefallen?“

Er ſtand ihr nicht eher Rede, bis er ſie in den Wa⸗ gen gehoben und die Thüre ſich hinter ihnen geſchloſſen hatte. Dann ihre Hand ergreifend, ſagte er weich:

„Fauſtine! Mein theures Weib! Faſſe Dich! Eine unerwartete, eine traurige Nachricht wartet Dein.“

Sie erbleichte.

„Der König“— ſtieß ſie heraus—„iſt krank?“

„Iſt todt!“ ergänzte Haſſe mit leiſer Stimme, und legte beſchwichtigend ſeinen Arm um ſie und zog ihr Haupt an ſeine Bruſt.

Welch' ein Sturm der Gefühle mochte in dieſer Minute das Herz ſeiner Gattin drängen? Einſt und jetzt! Der Zauber jener Tage, wo ſie an König Au⸗ guſt's Hof allmächtig war, und er mit ſeiner Pracht und ſeiner Herrſchermiene zu ihren Füßen gelegen und jedes Winkes ihrer ſchönen Augen gewärtig geweſen, und jetzt!

Die Bilder jener Zeit zogen in glänzender Reihe⸗ folge an ihrem innern Sinn vorüber und ließen ſie in