Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Am ſiebenten Oktober war ſein Geburtstag, und am fünften ſollte die letzte und Hauptprobe ſtatt finden. Vor dreißig Jahren war er an eben dieſem Tage zum Könige von Polen erwählt worden, und ohnehin wollte man den Tag feſtlich begehen, welcher einen ſolchen Zuwachs an Ehre gebracht. Der Hof war in großer Gala, die Da⸗ men rauſchten in ſeidenen Gewändern, die gepuderten Häupter ſtanden gleich weißen Wölkchen über den weiten Steifröcken, Diamanten blitzten und ſchöne Augen lächel⸗ ten. Es war wieder einmal Alles Luſt und Alles Frende. Geſchäftig liefen die Diener umher, Equipagen rollten, der Hofmarſchall ertheilte Befehle und die Köche ſiedeten. Haſſe ſtand vor ſeinem Pulte, den Stab des Dirigenten in der Hand, und erwartete das Zeichen, um den erſten Strich zu ſchlagen; Fauſtine hatte durch Kunſt noch einmal die alte Schönheit heraufbeſchworen, ſie hielt ihre Partitur in der mit einem koſtbaren Diamantring, einem Geſchenke des Königs, gezierten Rechten, und ſandte ihre ſchwarzen Glutaugen verſtohlen der Thüre zu, durch welche der Hof eintreten mußte. Schon hatte die fünfte Stunde vom Thurme geſchlagen und alle Uhren der Stadt den Ton wiederholt, aber noch immer nahte ſich kein Fußtritt.— Eine gewiſſe Unruhe bemächtigte ſich der Verſammlung. Die Muſiker ſtimmten ihre In⸗ ſtrumente nicht länger, die Sänger legten ihre Noten⸗