Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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ſtehe, und beſchied ihn zu ſich in ſein Kabinet, um ihn um die Lage der Dinge zu befragen.„Ich will mich nicht in die Regierung miſchen, ſo lange mein Vater lebt,“ ſagte er ihm ſehr ernſt;„doch aber auch möchte ich nicht gern die Zukunft meiner Kinder durch eine Nachläſſigkeit be⸗ einträchtigt ſehen, über die ich mir ſpäter Vorwürfe zu machen hätte. Ich mache Sie daher für Alles verant⸗ wortlich, Graf Brühl, und bitte Sie nicht zu vergeſſen, daß, ſobald ſich zwei Augen ſchließen, ich hier regiere und mein das Recht zu ſtrafen und zu lohnen iſt.“

So hatte der Churprinz ſich noch nie ausgeſpro⸗ chen, und gedankenvoll kehrte Graf Brühl aus deſſen Ge⸗ mächern in ſein Palais zurück.

König Auguſt bemerkte die ernſte Miene ſeines Mi⸗ niſters und ſein zerſtreutes Weſen. Auf ſeine Frage, was ihn beſchäftige, hörte er zur Antwort: er denke an die Aufführung der neuen Oper zu Seiner Majeſtät Ge⸗ burtstag und ſei beſorgt, daß Haſſe nicht damit zu Stande komme.

„Immer mit meinen Vergnügungen beſchäftigt!“ ſagte König Auguſt, und reichte ſeinem Günſtlinge ge⸗ rührt die Hand, welche dieſer ehrerbietig an ſeine Lip⸗ pen führte.

Wenige Tage darauf erkrankte der mächtige Pre⸗ mier in Folge ſeiner verſteckten Bekümmerniſſe, die ſei⸗

1860. XI. Maria Antonia. IM. 3