Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Prittes Cnpitel. Das letzte Geburtsfeſt Auguſt's 1II.

Die Sorge für den kommenden Morgen iſt, des Menſchen Begleiterin von ſeiner Wiege bis an ſein Grab, und oft auch noch darüber hinaus. Dies Bangen vor der nächſten Zukunft beſchwichtigt nur ein echtes Gottvertrauen, das in Demuth erwartet, ob die Wolke, ſich entladend, ein liebes Haupt treffe.

Maria Antonia beſaß kein ſolches Gottvertrauen. Mit ſteigender Unruhe ſah ſie den neuen Regierungs⸗ maßregeln zu und verwünſchte des Miniſters auswärtige Politik. Brühl war nur zu ſchnell von ſeiner Sorge für das Leben König Auguſt's zurückgekommen. Der Mon⸗ arch zählte erſt 67 Jahre, warum alſo ſollte er als ein Opfer der Gicht in einem Alter fallen, wo ſo viele ein weiter geſtecktes Ziel trotz dieſes Uebels erreichen. Als Maria Antonia daher auf die Unterhaltung jenes Abends zurückkam, wich er ihr höflich aus und ſagte die ver⸗ bindlichſten Dinge über ihre Talente, doch von Staats⸗ angelegenheiten wollte er auch diesmal wieder nicht ſprechen.

Der Churprinz verlangte nun, daß er ihm Rede