Blicke ihn ſchon aus der Ferne dazu eingeladen hatten. Dem jungen Fremden ſchmeichelte dieſe Aufmerkſamkeit einer großen Dame, die ihn durch ihren die Sinne ver⸗ wirrenden Luxus von Sammet und Seide und Schmuck und Spitzen blendete, und, nach Art der Polinnen, bald durch ihr aufloderndes Feuer, bald durch ihre ſanfte Hingabe, vor Allem aber durch ihre hohe Stellung an ſich zog und dienſtbar machte.
Maria Antonia war das Spiel der Augen der ſtolzen Gräfin nicht entgangen. Lächelnd fragte ſie Prinz Laver:„Wird denn Herr von Agdollo nicht wieder zu ſeinem Regimente zurückkehren, bevor er hier bei uns zu tiefe Wunden ſchlägt?“
Ohne weiter zu fragen, errieth der ſo Angeredete ſchon den Sinn ihrer Worte.
„Er hat dort ſeinen Abſchied genommen und wird hier in Dienſt treten,“ erwiderte er.„Er iſt ein hüb⸗ ſcher Junge und dabei arm, folglich muß er durch die Frauen ſein Glück zu machen ſuchen. Ich hindere ihn darin nicht.“
„Wenn es mit Ehren geſchehen kann, à la bonne heure,“ ſagte die Prinzeſſin.„Als Fremder, und vor⸗ züglich als Venetianer, begegnet er bei uns dem günſtig⸗ ſten Vorurtheile. Er iſt ein ſehr angenehmer Menſch, das kann man nicht läugnen, und ſpricht dabei ſo ſchönes


