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tenden Wunden des Landes umhüllte. Maria Antonia war genöthigt, an dieſen Feſten Theil zu nehmen, die ſie „ermüdender als unterhaltend“ nannte. Was ihr in ihrer erſten Jugend und durch den Reiz der Neuigkeit gefallen, ließ ſie jetzt, gereift durch die Jahre, kalt. Ob ſie heute in den Luſtgärten des Grafen Brühl und mor⸗ gen in Friedrichſtadt bei ihm ſpeiſte, blieb einerlei, ſo⸗ bald die Geſellſchaft die gleiche war und die Unterhal⸗ tung in nichts wechſelte; denn ſelbſt unſere Anſprüche an die Menſchen verändern ſich ja mit den Jahren und be⸗ dingen ſich nach dem Gange unſerer eigenen Entwickelung. Das Feſt auf der Vogelwieſe fand auch damals ſtatt, wie es noch jetzt alljährlich das Publikum erfreut; nur daß vor hundert Jahren der König daran Theil nahm. Ueber die Ruinen der eingeäſcherten Pirnaiſchen Vorſtadt hinweg zog Auguſt der Dritte hinaus mit allen ſeinen Prinzen und Prinzeſſinnen, den Erſten ſeines Ho⸗ fes und den fremden Geſandten, um nach dem Vogel zu ſchießen, in deſſen Körper ſich ein Hahn, ein Haſe und Täubchen verborgen befanden, welche, zur unendlichen Beluſtigung der jungen Prinzen, bei jeder Verwundung des Vogels aus ſeinen Seiten hervorſprangen*). Spielend, wie ſonſt, ließ man das Leben an ſich
) Klemm, Chronik von Dresden.


