um nicht Eiferſucht zu erregen, weil der Gang der Ge⸗ ſchäfte in Sachſen jetzt ohne ſie geleitet werde, weil man ſie von der Regierung ferne halte und ſie daher nur heimlich das Beſte ihrer Kinder befördern dürfe.
Seinem bitterſten Feinde klagte ſie das. Dem Manne, der ſeine Schlöſſer zerſtört, ſeinen Namen mit Füßen getreten hatte, dieſem Manne ſchenkte ſie ihr Ver⸗ trauen und bat ihn um ſeine Hülfe!
Schlange, die er an ſeinem Buſen genährt!
Noch aber war Auguſt III. Herrſcher in Sachſen und noch war er durch ſeine Gnade allmächtig; noch ſetzte man Graf Brühl nicht bei Seite, noch verhinderte man ſeine Pläne nicht!
Sie ſollte erfahren, gegen wen ſie hier zu intrigui⸗ ren verſucht!
Doppelt freundlich trat er Maria Antonia hierauf entgegen und erkundigte ſich nach dem Befinden de la chermante Princesse. Wer ihn genau kannte, hätte da⸗ bei einen leiſen Zug des Hohnes um ſeine Lippen ſpielen ſehen; doch ſie, ohne alle Ahnung, bemerkte davon nichts und plauderte heiter mit ihm fort über die vorhabenden Vergnügungen. Daran war jetzt kein Mangel. Seit der König von Teplitz zurückgekehrt, gönnte Brühl ihm kei⸗ nen Augenblick der Ruhe. Von früh bis ſpät waren die Tage mit Luſtbarkeiten ausgefüllt, mit denen er die blu⸗


