Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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ordentlichſte Rückſicht von allen denen fordert, welche das Glück haben Sie zu kennen. Ich befinde mich in der Lage des Barbiers des Midas, ich muß mein Ge⸗ heimniß dem Schilfrohr anvertrauen, und dies wird in meiner Nähe immer flüſtern, ſo oft Minerva es dazu be⸗ lebt: Die Churprinzeſſin von Sachſen verdient die Be⸗ wunderung der Welt!

Brühl machte hier eine Pauſe, wie um Athem zu ſchöpfen. Er legte den Brief aus der Hand, kreuzte die Arme und wanderte einige Male in ſeinem Zimmer auf und ab, das Auge gedankenvoll geſenkt.

So groß alſo war die Bewunderung, welche Fried⸗ rich für ſie hegte, und ihr entſprechend, der Einfluß der Churprinzeſſin auf den Beherrſcher des Nachbarlandes? Das gab ihm zu denken. Er hatte die Frau in ſeiner Hand geglaubt, er hatte geglaubt, die Fremde nach ſei⸗ nem Willen lenken zu können, und nun fand ſie auf ein⸗ mal dieſen mächtigen Beſchützer, dieſen warmen Freund, in einem Manne, der ſich in dieſem Augenblicke den Gebieter von Europa nannte, mit dem ein Brühl ſich nimmer meſſen durfte. Heimlich, hinter ſeinem Rücken hatte ſie ſich von dieſem Manne Rath erholt über die von ihr zu verfolgende Politik und die ihr erſprießlichſte Handlungsweiſe, und dabei klagte ſie noch, daß ſie nicht öffentlich bekennen dürfe, wie gewogen Friedrich ihr ſei,