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Graf Brühl war kaum von Warſchau zurückgekehrt, ſo wurde ihm ſchon zugeflüſtert, wie hoch der große Friedrich die Churprinzeſſin ſchätze, und wie vertrauens⸗ voll ſie ſich ſeiner Gunſt gerühmt. Sein Feind ſo lie⸗ benswürdig, ſo galant?— Er ſchüttelte mißbilligend ſein Haupt dazu und bemühte ſich nun doppelt, es ſelbſt zu ſein. Doch das allein genügte nicht. Er mußte nebenher auch wiſſen, auf welcher Baſis dieſe neue Freundſchaft zwiſchen dem Könige und der Churprinzeſſin beruhe.
Er befahl, daß man die Briefe auf der Poſt eröffne, und bald ward ihm ein Schreiben des Weiſen von Sansſouci übergeben, das er mit einem wiederholten Ah! des Staunens las, wobei zugleich ein eigenthümli⸗ ches Lächeln ſeinen Mund umſpielte.
Der König ſchrieb an die Churprinzeſſin:
„Madame!
„Man darf, ohne Ihrer Königlichen Hoheit zu ſchmeicheln, Ihren ſeltenen Talenten Gerechtigkeit wider⸗ fahren laſſen. Durch die Ueberſendung Ihrer Werke haben Sie mich autoriſirt, Ihnen ganz unumwunden die mir verurſachte Wirkung einzugeſtehen. Man müßte denn ohne Seele, taub und blind ſein, wollte man das Genie nicht lieben, welches in ſich den Ruf von zwei großen Künſtlern vereint. Aber ich darf nicht fortfahren, um Ihr Zartgefühl nicht zu verletzen, das die außer⸗
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