Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Prätendenten nicht günſtig. Maria Antonia folgte mit ſorgendem Blicke dieſen Vorgängen auf dem Felde der Politik, ihrer Söhne Geſchick an deren Löſung knüpfend. Sie war nicht länger ehrgeizig nur für ſich ſelbſt, ſie begann es jetzt auch für ihre Kinder zu ſein. Sie wünſchte dieſen Kronen zu erhandeln.

Sie ſchrieb an Friedrich von Preußen und bat ihn um ſeinen Rath. Sie vertraute ihm ihre Sorgen, ihre Befürchtungen; ſie rechnete dabei auf ihn, als auf einen Freund in der Noth, ſie ſetzte ihre ganze Hoffnung auf ſeine Theilnahme an ihrem Schickſale. Sie zeigte ein gläubiges Herz, das Worten vertraute.

Ihr Brief an ihn lautete:

Ich beſchwöre Sie mir zu ſagen, was wir zu fürchten haben, und mir mit Ihrem Rathe beizuſtehen. Ich hege das unbedingteſte Vertrauen zu Ihnen und ver⸗ ſpreche, daß Niemand erfahren ſoll, was Sie mir gnädig mittheilen wollen. Doch möchte ich für mich um glei⸗ ches Geheimniß bitten.

Allein wie ſollte es einer Prinzeſſin möglich ſein, ein Geheimniß bewahren zu können, das tauſend Augen zu erſpähen bemüht ſind? Wie ſollte man nicht wiſſen, daß ſie Briefe ſchreibt, und dann auch erfahren wollen, an wen ſie dieſe richtet? Wie ſollte man nicht jeden ihrer Schritte kennen?