Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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befriedigt, Maria Antonia aber voll geſteigerter Bewun⸗ derung für den Helden, der ſie auf eine ſo feine Weiſe ausgezeichnet und ihr ſeine dauernde Freundſchaft ange⸗ boten. Der Traum ihrer Jugend war damit erfüllt, die Anerkennung des bedeutendſten Mannes ihrer Zeit war ihr geworden, ihr Streben hatte daher ſeine Krone erreicht.

Heitern Muthes kehrte ſie in ihre Reſidenz zurück, voll ernſten Willens hier zu helfen und zu fördern, und durch eine weiſe Regierung auch hier das Lob ihres gro⸗ ßen Nachbarn zu verdienen.

Auch Dresden ſollte ein Sansſouci bekommen. Als ſie über die Brücke fuhr, kam Haſſe des Weges. Sie grüßte ihn und winkte ihm heiter zu. Sie hätte ihre Hoff⸗ nungen nun gerne auch in ſeine Seele gießen und ſeine Traurigkeit verſcheuchen mögen; doch wie konnte ſie das? Wie konnte ſie allmächtig ſein? Wie die vielen Thränen trocknen, welche täglich noch hier vergoßen wurden?

Haſſe hatte bei dem Bombardement alle ſeine Mu⸗ ſikalien und Manuſkripte eingebüßt, das war ein Stück von ſeinem Leben, wofür der Künſtler keinen Erſatz fand. Die vergangenen Jahre gibt uns Niemand zurück, was der Geiſt da geſchaffen, das bringt er kein zweites Mal hervor, und aus dem Kranze ſeines Ruhmes, aus der Geſchichte ſeines muſikaliſchen Wirkens fehlten damit ſo viele Blätter. Dieſe Blätter, vergilbt in ſeiner Erinne⸗