ſobald die Wunden nur nicht unheilbar ſind, dient uns ihr Bluten zur Heilung.“
„Mein Sansſouci wird mir jetzt verödet erſchei⸗ nen, wenn ich dahin zurückkehre,“ ſagte Friedrich in der Erinnerung vergangener Zeiten.„Ich finde von meinen alten Freunden nur den Marquis d' Argens. Sonſt hat ſich Alles zerſtreut.— Es iſt die traurige Begleitung des Alters, das Scheiden von denen, die wir lieben. So wird uns endlich auch der Tod nicht ſchwer.“
„Ich glaube, Sie dürfen nicht ſo denken, Sire,“ ſagte Maria Antonia mit vielſagendem Blicke;„denn Ihnen werden ſtets alle Herzen zufliegen. Wer den Ruhm liebt, der liebt auch Sie, und wer die Künſte und die Li⸗ teratur verehrt, der ſieht in Ihnen ſein Vorbild.“
„Das Gleiche könnte man von Ihnen ſagen, Prin⸗ zeſſin, und— ich weiß wohl, daß ich jetzt nicht klagen ſollte, wo mir ſo eben erſt das Glück zu Theil geworden Sie kennen zu lernen, und damit zugleich ſich die Hoff⸗ nung bietet, Sie in Sansſouci bei mir zu ſehen.“
„Sie ſind ſehr gütig, Sire, und Ihre Güte macht mich ſtolz. Von dem großen Friedrich nimmt man eine Artigkeit anders auf, wie von gewöhnlichen Menſchen. Und außerdem noch haben Sie unſer Geſchlecht nicht verwöhnt.“


