res Landes bald nicht mehr ſchämen dürfen, und daß die Zeit naht, wo wir uns den übrigen kultivirten Völkern gleich ſtellen können.“
„Den Franzoſen niemals!“ rief Friedrich warm. „Der Eſprit jenes Volkes iſt unnachahmlich!— Ueber⸗ haupt aber hat ihre Sprache eine Feinheit, die ſich der unſrigen nicht geben läßt. Ich wünſchte nur, Sie hätten Voltaire kennen gelernt!“ wandte er ſich wieder gegen Maria Antonia.„Er allein hätte Sie ſchon von der Wahrheit meiner Behauptung überzeugt.“
„Ich habe es ſelbſt lebhaft gewünſcht, Sire!“ fiel dieſe ein.„Schon weil Sie ihn an Ihren Hof zogen, intereſſirte er mich und ließ mich ſeine Bedeutung ahnen, die ſich dann durch ſeine Werke noch ſteigerte.“
„Sie haben ſeine Philoſophie nicht gefürchtet?“ fragte Friedrich lächelnd.
„Nicht doch!— Gefährlicher noch ſchien mir ſein Spott, ſein Verhöhnen alles deſſen, was uns heilig iſt; aber auch damit habe ich es aufgenommen, ohne mich in meinen eigenen Anſichten beirren zu laſſen. Die Kenntniß der Meinung Anderer läutert vielmehr unſer Urtheil und bildet es. Wir werden dadurch nachſichtiger und gerechter. Auf dem Wege zur Wahrheit muß es Dornen geben, und an dieſen ſich nicht zu ritzen, iſt unmöglich. Doch,


