an ihr lag, geſchah, um dieſe Minute herbei zu be⸗ ſchwören.
Moritzburg, das alte Jagdſchloß der Churfürſten von Sachſen, inmitten eines Waldes, etwa zwei Stunden von Dresden gelegen, wurde zum Orte ihrer Zuſammen⸗ kunft auserſehen.—
Mit hoch klopfendem Herzen kleidete Maria Antonia ſich an, um dem mächtigen Gegner, der ſchon eine Stunde vor ihr dort eingetroffen, zu begegnen. Es war ein kalter Märzmorgen. Froſt bedeckte die Flur und die ſteifen Taxushecken des Schloßgartens trugen weiße Häupter. Die Sonne brach ſich eben Bahn, als um die elfte Stunde die churfürſtlichen Wagen am großen Ein⸗ gange hielten.
Friedrich der Große, begleitet von ſeinen Stabs⸗ offizieren, ſtand am Fuße der Treppe, und, einen Schritt vortretend, hob er Maria Antonia aus dem Wagen. Hoch pochte ihr Herz, als ſie nun Angeſicht zu Angeſicht vor dem Manne ſtand, der Europa ſo eben zur höchſten Bewunderung gezwungen. Faſt ſchüchtern blickte ſie hin⸗ auf zu ihm in ſein großes, helles— man möchte ſagen, kaltes Auge, indem ſie zugleich ſich ehrfurchtsvoll vor ihm verneigte; er aber, ihr den Arm bietend, führte ſie die Stufen hinauf, in das Empfangszimmer, wohin der Churprinz folgte, und ſchmeichelte ihrem Ohr mit den


