Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Der Churprinz übte dann ſeinen ausgleichenden Einfluß, ſein ruhiges Weſen ebnete die Wellen, ſeine vernünftigen Vorſtellungen blieben nie ohne Wirkung. Er liebte ſeine Gattin unbegrenzt und bewunderte darum ſogar ihre Schwächen; ſeinen Beifall zu verdienen, fand er ſie zu jeder Selbſtüberwindung bereit. Schlägt man bei Frauen nur die rechte Seite an, ſo wird aus ihrem Weſen ſtets ein reiner Ton hervorgehen. Man kann ſie lenken, wenn man will.

Die Hoffnungen auf einen nahen Frieden ſollten indeſſen jetzt noch einmal vereitelt werden. Auf's neue loderte die Kriegesfackel hell empor und ſetzte ganz Europa in mächtige Flammen, bis ſie ſich endlich völlig ausgebrannt, und Oeſterreich des Kampfes müde, um jeden Preis dem Kriege ein Ende zu machen wünſchte.

Friedrich von Preußen hatte geſiegt; denn ihm blieb der letzte Thaler und darum auch das letzte Wort. In ſeiner Hand lagen jetzt die Bedingungen zum Frieden, zu deren Erfüllung er ſein Schwert auf's neue in die Wagſchale legen konnte. Maria Antonia fühlte, daß auch das Geſchick Sachſens der Willkür dieſes mächtigen Gegners anheim gegeben ſei, deſſen Freundſchaft ſie ihrem Lande ſo werthvoll achtete, wie ſie ihr ſelbſt es war. Jetzt endlich ſchien der Moment gekommen, wo ſie ihn ſehen durfte, den großen Friedrich, und, ſo viel