Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Samen eine Tanne emporwachſe, ſo wenig können El⸗ tern der Natur vorſchreiben, ihnen in ihrem Kinde eine Wiederholung ihrer ſelbſt zu geben. Und doch iſt es grade das, was die meiſten nicht nur wünſchen, ſondern als ein Recht begehren und erzwingen wollen. Allein die Natur iſt in ihrem Walten eine arge Demokratin.

Maria Antonia hatte nun mit vielen Frauen die Neigung gemein, herrſchen und beherrſchen zu wollen. Wozu ihre Anlagen ſie ſo mächtig trieben, das ſollte ſie nun nicht einmal an ihrem Sohne üben können? Was ſie dem Gatten gegenüber erreicht, was ſie dem mächti⸗ gen Miniſter künſtlich abgewonnen, ſollte ſie an dem ei⸗ genen Kinde ſcheitern ſehen?

So klug ſie ſonſt, ſo vorſichtig ſie war, ſo viel ſie überlegte: ſo überließ ſie ſich hier doch ganz der Wärme ihres Temperamentes und reizte durch heftige Aeuße⸗ rungen den Widerſpruch oder den Trotz des Knaben nur noch mehr. Sie machte auch hier wieder das Recht einer Mutter geltend, ſich vor ihrem Kinde keinen Zwang anlegen zu wollen, und die Kunſt der Selbſtbeherrſchung, welche ſie im öffentlichen Leben der unbedeutendſten Perſönlichkeit gegenüber bewies, ſetzte ſie gänzlich bei Seite, ſobald ſie ihrem Sohne zürnte.

Ob ſie dadurch in ſeiner Achtung ſtieg?