Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Die Oper wurde wieder eingerichtet, Hofbälle fanden ſtatt, man ſuchte ſich aus der trüben Stimmung zu reißen und die Heiterkeit walten zu laſſen. Der Knabe machte dazu eine ſaure Miene, und je mehr er tadelnd gegen das auftrat, was ſeinen Eltern Vergnügen gewährte, um ſo mehr wandte ſich das Herz der Mutter von ihm ab und neigte ſich dem zweiten Sohne zu, dem kränklichen, aber ihr ſtets zulächelnden Prinzen Karl.

Es iſt ein Wendepunkt im Leben einer Mutter, wenn das heranwachſende Kind ihre Schwächen entdeckt und ſie laut rügt. Ihre erſte Empfindung iſt dann Erbitterung, die nächſte Rache. Sie will ſtrafen, ſie will züchtigen; doch wird ſie damit nicht die entflohene Ehrfurcht zurück⸗ rufen, welche die Frucht einer dem Wohle des Kindes ſich opfernden Liebe iſt.

Wie aber ſoll ſie ihr Kind ſchweigen lehren? Wie das Wort des Tadels, das ſie ſo tief verletzt, auf ſeiner Lippe feſtzuhalten verſuchen? Wie es ertragen lernen, daß ihr Kind nicht ihren Geſchmack theilt, nicht ihre Hand⸗ lungsweiſe billigt?

Indem ſie ihm das Recht zugeſteht, nicht zu denken, nicht zu empfinden, wie ſie, ſeine Mutter, empfindet?

Das wäre wohl das billige Zugeſtändniß; denn ſo wenig der Eichbaum verlangen kann, daß aus ſeinem