Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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ungerührt. Aus ſeiner Schulſtube ſah er den Brand der Vorſtädte Dresdens mit an, und fragte ſeinen Gouver⸗ neur, den Kammerherrn von Burgsdorf, warum dieſe Fremden das Land verheerten, warum man ſie nicht ſich wieder zu entfernen zwinge.

Wohl erklärte man ihm dann die Vorgänge und erzählte ihm, wie unrecht ſeinem Großvater geſchähe. Doch ſein Großvater war ja in Warſchau, und wen das Unrecht trifft, das war nicht er, das war ſein Volk, das waren dieſe armen Menſchen, welche ſich nie um Maria Thereſia oder den großen Friedrich bekümmert. Sie büß⸗ ten, was Zene mit einander auszumachen hatten.

Konnte er ſich auch nicht innerlich klar darüber wer⸗ den, wie dies Alles zuſammenhänge, und die Fäden des Rechtes und des Unrechtes ſondern, ſo blieb ihm dafür ein deſto ſtärkeres Gefühl für die Sache des Unterdrückten und machte ſeine Seele unempfindlich gegen jede Aus⸗ rede eines klügeren Kopfes.

Tief prägte ſich ſeinem Gemüthe der Ernſt des Le⸗ bens ein, und nie mehr lernte er leichtſinnig an dem Be⸗ cher der Freude zu nippen. Ja, jetzt ſchon, ein Knabe noch, hätte er fragen mögen, wie man, inmitten der Noth und der Sorge, ſich der Luſt hinzugeben vermöge, und er fragte es wohl auch mitunter. Doch dieſe Frage galt für ein Verbrechen.

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