Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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erwarb ſich gute Kenntniſſe, und behielt, was er gelernt; nur für die ſchönen Künſte zeigte er ſich unempfindlich, und dieſe Gleichgültigkeit hielt man ihm als Beſchränktheit vor. Das mochte ihn verdrießen.

Er erhielt Unterricht in der Muſik und machte auch gute Fortſchritte, aber ohne eigentliche Freude an der Tonkunſt zu finden. Deſto eifriger trieb er dafür die Ge⸗ ſchichte ſeines Landes und intereſſirte ſich für alle Vor⸗ gänge ſeiner Zeit.

Seine Kinderjahre waren unter den Eindrücken ei⸗ nes Krieges dahin geſchwunden, deſſen Schrecken ſich ſei⸗ ner jungen Seele mit unverwiſchlichen Zügen eingegra⸗ ben. Er hatte früh die Sorge kennen gelernt. Man glaube nur nie, daß ein Kind nicht wiſſe und verſtehe, was ſeine Umgebungen drückt. Sein Inſtinkt belehrt es über gar manches, was ſein Kopf noch nicht begreift; es wird zur Theilnahme bewegt, ohne ſich über die Urſa⸗ che dazu Rechnung ablegen zu können, und ſein Charakter bildet ſich oft ganz unmerklich dem entgegen geſetzt, was man aus ihm machen wollte.

Maria Antonia ahnte nicht, wie viel ihr älteſter Sohn ſchon von dem Leben verſtehe, bevor er noch die Kinderſchuhe ausgezogen. Er wohnte in einem Palaſte und wiegte ſich auf weichen Polſtern; kam er hinaus auf die Straße, ſo ſtreckten hungernde Menſchen ihm ihre hagern Hände entgegen; das ließ ſeine junge Seele nicht

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