184
man ihm auch geboten hätte, ſo würde ihn doch nichts für den Verluſt ſeiner lieben Hauptſtadt entſchädigt haben können, für ſein Dresden, dies theuerſte Juwel in ſeiner Krone, an dem ſein ganzes Herz hing.
Inmitten dieſer Verhandlungen und mancherlei Plänen für die Zukunft traf den kranken Monarchen in ſeiner Hauptſtadt zu Polen die Nachricht von dem Tode der Kaiſerin Eliſabeth von Rußland. Peter III. hatte ſogleich den Thron beſtiegen. Man wußte von ihm, daß er ein großer Bewunderer Friedrich's II. war, daß er keine Vorliebe für den König Auguſt hege; dieſer konnte daher gewärtig ſein, durch den Umſchwung der Verhält⸗ niſſe ſeinen Sohn Karl die Krone von Kurland einbüßen und ſich ſelbſt auf ſeinem Throne von Polen ſchwankend zu ſehen.— So hängen die Geſchicke der Könige und ihrer Staaten oft von zwei Augen ab.
Maria Antonia folgte mit aufmerkſamem Auge dieſen Vorgängen in der politiſchen Welt, während ſie ſcheinbar nur daran zu denken ſchien, Handel und Induſtrie zu heben, und die kleinen Intereſſen des Einzelnen zu wahren, der ſein Schärflein dem Haushalte des Staates zutrug.—
Die Theuerung war ſehr groß im Lande, es fehlte an den nothwendigſten Bedürfniſſen zum Lebensunter⸗ halte, und die Regierung mußte einſchreiten, das frucht⸗


